Manifest der Fuckparade

Die Fuckparade gründet sich auf kulturelle Vielfalt, Freiheit und Toleranz. Die Fuckparade versteht sich als offene Interessengemeinschaft subkulturell engagierter Menschen und ist jedem zugänglich, der diese Werte unterstützt. Die Fuckparade distanziert sich ausdrücklich von Ausgrenzung, Intoleranz und Faschismus. Subkultur wird von uns nicht als Gegenkultur verstanden, sondern vielmehr als das Gewissen des Mainstreams, dessen Probleme und Fehler sie offenzulegen und aufzuarbeiten vermag. So schafft die Subkultur eine Kultur ohne beschränkende kommerzielle Zwänge, indem sie als kreatives Experimentierfeld, als Sozialisations- und Rückzugsort kreativer Menschen dient. Subkultur stellt einen sozialen Wert dar, keinen kommerziellen.

Wir sehen in Kunst und Musik politische Ausdrucksformen einer weitverzweigten Jugendkultur. Wir demonstrieren darum für musikalische Vielfalt, Akzeptanz und Unterstützung alternativer Musik, gegen eine ausschließlich kommerzielle Orientierung der Musikmedien. Wir demonstrieren für das Recht, öffentlichen Raum ohne großen bürokratischen Aufwand und ohne Überwachung nutzen zu können. Wir demonstrieren gegen eine Kriminalisierung von Künstlern und deren Veranstaltungen, für eine wohlwollende Auslegung des polizeilichen Ermessensspielraums. Miteinander reden statt räumen.

Wir kämpfen auch für das Recht, unser Anliegen mit den uns eigenen Ausdrucksmitteln auf Demonstrationen vorzubringen. Deshalb fordern wir erneut, Musik und andere zeitgemäße, kreative politische Ausdrucksmittel nicht weiter auszugrenzen und als Demonstrationsmittel anzuerkennen. Wir sind Künstler, keine Gewerkschaftler!

Die Fuckparade fordert die Politik auf, ein tolerantes Umfeld zu schaffen, in dem subkulturelle Minderheiten akzeptiert und als wichtiger Ursprungsort musikalischer Innovationen verstanden und unterstützt werden, nicht behindert oder kriminalisiert. Berlin versteht sich als ständig in Bewegung befindliche Stadt der Kunst- und Kulturszenen, als eine kreative und bunte Stadt, die von aller Welt dafür geschätzt wird. Diese Kultur muss gepflegt und gelebt werden. Für temporäre kulturelle Projekte müssen unbürokratische Wege geschaffen werden, legal arbeiten zu können. „Illegale“ Clubs sind kein Selbstzweck und dienen nicht der Bereicherung, sondern sind eine Kapitulation vor dem zeitlichen und bürokratischen Aufwand, der spontane oder zeitlich begrenzte Projekte unmöglich macht. Zudem gibt es eine räumliche Not trotz des ungeheuren Leerstands von Gewerbeimmobilien in den Innenstädten.

Wir demonstrieren unseren Protest gegen den kommerziellen Ausverkauf der Innenstädte durch Investoren und Bürokraten, die durch unrealistische Miet- oder Kaufpreise beharrlich verhindern, dass Künstler und alternative Projekte im Zentrum Fuß fassen können. Nicht die Anzahl der Opern, die toten Fassaden der Investitionsruinen oder der fade Abglanz der Politschickeria machen eine Stadt lebenswert. Wir brauchen eine lebendige, vielfältige Kultur von unten und ein städtebauliches Konzept, das diese fördert, nicht immer weiter aus den Zentren verdrängt. Zudem fordern wir die Kooperation des Senats in der Anpassung des völlig überholten Gastronomiegesetzes. Veranstalter und temporäre Projekte, die aus den beschriebenen Umständen heraus ohne offizielle Genehmigungen Lokalitäten betreiben, sollen entkriminalisiert werden. Es sollen innovative und experimentelle Wege der Gastronomie mit pragmatischen politischen Lösungen ermöglicht werden.


12 Antworten auf „Manifest der Fuckparade“


  1. 1 reaper 17. August 2011 um 13:58 Uhr

    ist ja ganz nett,aber warum man kunst und musik zur politischen ausdrucksform vergewaltigen muß konnte ich noch nie nachvollziehen..finde das ganz schön traurig.meinungen sind zum kundtun da,aber musik und kunst sollen einfach in irgendeiner form spaß machen

  2. 2 gtz 17. August 2011 um 14:36 Uhr

    dann bleib doch mit deinem „unpolitischen“ dreck zuhause, du vogel.

  3. 3 uwe 18. August 2011 um 20:31 Uhr

    [Die Fuckparade gründet sich auf kulturelle Vielfalt, Freiheit und Toleranz.]…[Die Fuckparade fordert die Politik auf, ein tolerantes Umfeld zu schaffen…]

    eigentor würde ich sagen…ein schelm wer böses dabei denkt.

    soviel zu dem post über mir. im übriegen heisst das, herr vogel ;-)

    achso, alle die net so agro drauf sind … viel spass :)

  4. 4 GabberMaX 18. August 2011 um 22:51 Uhr

    Hi Leute..es wird Hardcore,Terror (-core),Techno,Rock,Punk,Industrial gezockt..richtig?

  5. 5 uwe 19. August 2011 um 20:45 Uhr

    ich bin morgen auf jeden fall dabei. kann nur hoffen das es halbwegs friedlich bleibt^^

    ich freu mich drauf :) !!!

  6. 6 fuko85 20. August 2011 um 0:36 Uhr

    @reaper, gtz und uwe
    Tja, kommt wohl drauf an, wie man Toleranz versteht: Als Ignoranz – oder als Anerkennung des Umstandes, dass es verschiedenste Auffassungen gibt, es deshalb nicht eine einzig richtige geben kann und es somit eine ständige aktive und möglichst differenzierte Auseinandersetzung geben kann, was einzelne und Gruppen wollen und inwiefern ihre Auffassungen stimmig und begründet sind.

    Wieso soll also das Manifest der Fuckparade (als eine Veranstaltung einer Gruppe aus dieser Stadt) nicht fordern dürfen, dass explizit politischer Kunst weniger Eingrenzung widerfährt? Wieso darf es nicht eine direkte Verbindung zwischen Politik und künstlerischem Schaffen sehen (einer Auffassung, zu der es in der Kunst- und Geistesgeschichte ausreichend Begründungen gibt)? Wieso sollte diese Auffassung eine „Vergewaltigung“ der Kunst sein, wenn sie weder einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit noch auf Vertretung aller in Berlin tätigen Kreativen stellt? Wieso soll sich Kunst im Gegenzug (wie der Text von reaper nahelegt/suggeriert) der Norm von Spaß und Hedonismus unterordnen? Wieso soll nicht auch gerade politische Kunst Spaß machen? Wieso soll nicht auch gerade hedonistische Kreativität politisch sein?

    Wieso darf man sich nicht über eine so verkürzende Aussage aufregen? Wieso darf man nicht auch eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem vorhergehenden Post fordern?

    Wieso muss man den Vorposter gleich als verkürzend „aggro“ diffamieren? Wieso darf man den Ärger über verkürzende und einseitig negative Kommentare nicht nachvollziehbar finden?

    Wieso darf man nicht differenzierte, nicht-persönlich-wertende Auseinandersetzung einfordern?
    Wieso muss jemand müssen? ;)
    Wieso darf ein Mensch nicht anderen viel Spaß UND erfolgreichen Ausdruck eines politischen Statements UND möglichst differenzierte Auseinandersetzung mit verschiedensten Auffassungen und Umständen wünschen? ;)

    Ich freu mich nämlich auch drauf! :)

  7. 7 georg 20. August 2011 um 19:40 Uhr

    jo, schon irgendwie szenetypisch. ein paar seiten geseier und ansonsten keine ernstzunehmende info. routenverlauf? endkundgebung? zumindest nix, was man auf den ersten blick wahrnehmen würde. fuck.

  8. 8 hyperhyper 20. August 2011 um 22:32 Uhr

    95% der Fuckparade2011-Teilnehmer verstehen dieses Manifest nicht. ©

  9. 9 Constantin 21. August 2011 um 13:11 Uhr

    Hier sind meine Fotos von der Fuckparade:
    http://c-schaefer-foto.de/2011/08/fuckparade-2011/

  10. 10 Victor Vargas 21. August 2011 um 20:19 Uhr

    Was ich nicht zulassen kann ist dass jemanden wie Arne Birckman behaupten will für Vielkfalt, Toleranz und Freiheit, wenn Er seit 8 Jahrer mit Lügen und Gewalt sie Unterdruckt und zerstört. Mir fällt es nicht schwer zu verstehen dass „ihr“ euch als Künstler bezeichnen wollt, und jetzt nicht (mehr) als Gewerkschafter…. Dan Bleib zuhause, schon seit 8 Jahre konnte ich nur bestätigen dass dasd Ganze Politische Gelaber nur den Absicht hatte mehr Macht ztu beziehen, und dass die Maske jederzeit zu andern bereit bist. Hier Spricht die IAA, Und Kann es nicht zulasen dass Fascisten sich als Tolerante Freiheitsliebende Künstler darstellen wollen…..,
    Ihr weisst selber mit wem ihr es zu tun habt wenn ihr ihm dabei duldet. Ich kann euch nur informieren!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  1. 1 Informationen zur Fuckparade « fuckparade 2011 Pingback am 14. August 2011 um 20:08 Uhr
  2. 2 20.08.2011 – Fuckparade 2011 – Berlin « BreakCoreWorld Pingback am 19. August 2011 um 20:37 Uhr
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