Fuckparade bittet um Entschuldigung

Als Organisatoren der Fuckparade begrüßen wir, dass sich Dr. Motte für seine verbalen Entgleisungen in seiner Rede auf der diesjährigen Fuckparade öffentlich entschuldigt hat.
In seiner Entschuldigung bezog sich Dr. Motte u.a. auf seine diffamierenden Äußerungen gegenüber Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Der Redner stellte klar, dass sein schwulenfeindlicher Angriff unsäglich war und er damit seine berechtigte Kritik an politischen Entscheidungen des Senats selbst diskrediert habe.
Die Fuckparade distanziert sich ausdrücklich von der Rede Dr. Mottes!
Wir, die Organisatoren, bedauern, dass diese Worte auf der Demonstration gefallen sind.
Insbesondere distanzieren wir uns auch von dem Teil der Rede, in dem Dr. Motte sich mit Runen-Deuterei und ähnlicher Esoterik beschäftigte, da dieser Teil seiner Rede einen mehr als fahlen Beigeschmack hatte und unserer Ansicht nach auf der Fuckparade völlig deplatziert war.

Wir haben Dr. Motte in den vergangenen Jahren als politisch aufrechten Menschen und Künstler erlebt, der sich immer kritisch gegen Homophobie und die Entwicklung der Nazi-Szene in Deutschland und Berlin gestellt hatte. Darüber hinaus ist Dr. Motte dafür bekannt, sich stets für den Erhalt der Berliner Subkulturszene und ihren Kunstformen auszusprechen.
Und in dieser Funktion haben wir Dr. Motte zum wiederholten Mal eingeladen, auf der Demonstration im Sinn der Ziele der Fuckparade zu sprechen. Wir haben jedoch als Organisatoren keinen Einfluss darauf, was Rednerinnen und Redner in ihren Beiträgen sagen. Bei uns gibt es keine Zensur! Wir verlangen jedoch sehr wohl von den Rednerinnen und Rednern auf der Fuckparade, dass sie sich zu den Grundsätzen der Fuckparade bekennen – dazu gehören Toleranz, Gewaltlosigkeit und Ablehnung von menschenverachtenden Ideologien. In diesem Sinne stehen wir zu unserer Verantwortung der über die Mikrofone der Fuckparade verbreiteten Reden und bitten für die von Dr. Motte getätigten Äußerungen um Entschuldigung.


3 Antworten auf „Fuckparade bittet um Entschuldigung“


  1. 1 Matthias 10. September 2009 um 13:47 Uhr

    Ach was… VOn wegen Homophobie und Co.: Einfache Verbalentgleisung, er hätte genauso gut beschissen oder ähnliches sagen können. Hat garantiert nix mit der Sexualität zu tun sondern ist halt die Folge der neueren SPrachentwicklung in der „schwul“ (meist)einfach nur ein negierendes Adjektiv ist und der Ursprung/Sinn des Wortes in den Hintergrund tritt.
    Cool down…..
    Ich bin übrigens selber schwul ;D
    Grüße

  2. 2 Antonius 09. November 2009 um 12:50 Uhr

    Selber schwul zu sein heißt nicht zwingend nicht Homophob sein zu können.
    Klingt wie ein Widerspruch isr es aber nicht. Hängt mit der eigenen Sozialisierung zusammen und der geleisteten Aufarbeitung der selben.
    Also wenn jemand in einem homophoben Umfeld aufgewachsen ist
    dann irgendwann sein coming out hatte, heißt das nicht automatisch das er oder sie die intellektuelle „Kurve“ auch genommen hat.

  1. 1 reports concerning the annual Fuck Parade in Berlin: “Fuck Parade fall out” by Datacide « the shituationist institute Pingback am 22. September 2009 um 2:19 Uhr
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